2007.01.19: europolitan.de - Désirée Nick knüpft sich Eva Herman vor
‘Eva Go Home'
„Bei so viel Unsinn würde Schweigen ja Zustimmung bedeuten!" Berliner Kabarettistin und Entertainerin Désirée Nick, 46, gibt mit der 170-seitigen Schrift 'Eva go home' eine Antwort auf Eva Hermans umstrittenes Buch 'Das Eva-Prinzip'. Am Kindermangel in Deutschland seien die Emanzen schuld, so Herman in einer der Hauptthesen des Buches.
Sie habe lange genug auf eine kritische Antwort auf Hermans Thesen warten müssen. „Aber keine Alice Schwarzer, keine Familienministerin und kein Mann hat sich erbarmt, die Kohlen aus dem Feuer zu holen." „Alles muss man selber machen," beklagt sich die Nick. So habe sich die 46-jährige alleinerziehende Mutter eines Sohnes „zwischen Plätzchenbacken und Christbaumschmücken" selber ans Werk gemacht. 'Eva go home' ist eine polemische und unterhaltsame Kampfansage.
„Ich habe natürlich ein bisschen Satire ins Süppchen getan", so Nick. „Ich kann meinen Humor eben nicht verbergen. Das ist mir auch schon früher beim Religionsunterricht nicht gelungen. Deshalb bin ich ja auch aus dem Job heraus geflogen," berichtet die Kabarettistin, die früher einmal Religionslehrerin war.
Eva Herman war ehemalige Nachrichtensprecherin und TV-Moderatorin (Herman & Tietjen) und hatte mit 'Das Eva-Prinzip' einen Bestseller gelandet. „Das ist kein Buch, das ist eine Kette von Falschmeldungen," so Nicks Resultat, nachdem sie die Thesen der Herman zusammengefasst und widerlegt hat. Schließlich sei die Herman sowieso bloß eine „Hobbysoziologin" und dazu solle sie sich auch bekennen. „Ich gehe ja auch nicht in eine Kfz-Werkstatt und schleiche um ein Auto herum und mache Vorschläge zur Reparatur." Eine „Missionarin der Mütterlichkeit", eine „Kalenderblattphilosophin" sei Eva Herman.
Nick meint Gegenteiliges beweisen zu müssen: „Unzählige Frauen, unter ihnen Prominente wie Politikerin Silvana Koch-Mehrin, Malerin Elvira Bach, Sängerin Nena, Schauspielerin Senta Berger oder Model Nadja Auermann, bringen Familie und Karriere gut unter einen Hut, bei ihnen löst diese Kombination im Gegensatz zu Nachrichtensprecherin Eva Herman keine medienwirksame Sinnkrise aus."
Den Kauf des Hermanschen Buches beschreibt sie folgendermaßen: „Dazu bin ich extra mit der S-Bahn nach Spandau gefahren. In der Warteschlange dieses Machwerk in den Händen zu halten, war mir so peinlich, dass ich es im Schutzumschlag des letzten Dieter-Bohlen-Buches versteckte." (aj)
Quelle: europolitan.de 19.01.2007
