Vor 40 Jahren - Attentat auf Rudi Dutschke
"Systemveränderer haben dem System nie so viel Schaden zugefügt, wie sie ihm nützten." Roger Willemsen, deutscher Schriftsteller und TV-Moderator Heute vor 40 Jahren wurde Rudi Dutschke an einem Gründonnerstag auf offener Straße niedergestreckt und starb 11 Jahre später an den Folgen. Die genauen Hintergründe konnten nie geklärt werden, der Attentäter war offenbar nationalsozialistischer Gesinnung und nicht zuletzt durch die monatelange Hetzkampagne insbesondere seitens der Springerpresse in seinem Hass gegen die demonstrierenden Studenten derart aufgestachelt worden, dass er dieses Attentat verübte. Aktuell gibt es zahllose Presseartikel und Berichte darüber, auch ein Blick in Wikipedia hilft in Erinnerung zu rufen, wie es dazu kommen konnte und was im Anschluss folgte. An diesem Tage verlor Deutschland seinen charismatischsten Studentenführer, der noch Wegbereiter der Grünen wurde, aber kurz vor deren Gründung an den Spätfolgen des Anschlags verstarb. Die durch die schweren Kopfverletzungen ausgelösten Hirnschäden führten dazu, dass er nie wieder ganz der Alte wurde und 1979 während eines epileptischen Anfalles in der Badewanne ertrank. Die Studentenproteste nahmen nach dem Dutschke-Attentat gleich und in der Folge an Heftigkeit zu. Aufgeputscht durch Weggefährten Dutschkes marschierten noch am selben Abend 2000-3000 Jung-Revolutionäre zum Springer-Verlag in die Kochstraße, damals also noch unmittelbar an der Berliner Mauer gelegen. Die darauf folgenden "Osterunruhen" wurden zu den größten Straßenschlachten, die es bis zu diesem Zeitpunkt in der BRD gab. Mit Sprechchören wie: "Bild hat mitgeschossen!" oder "Springer raus aus West-Berlin" wurde noch in derselben Nacht das Springer-Hochaus in Berlin angegriffen. Mehr als 20 Auslieferungsfahrzeuge wurden angezündet oder umgestürzt. Axel Springer kehrte von einer Reise aus den USA erst gar nicht mehr ins Verlagshaus zurück, sondern floh gleich in die Schweiz und war kurz davor, den Verkauf seines Verlagsimperiums anzuleiern. Zu seinem damaligen Generalbevollmächtigten soll er gesagt haben: "Ich habe keine Lust mehr. Suchen Sie einen Käufer. Es muß aber mindestens eine Milliarde rausspringen." An jenem Osterwochenende, das friedlich begann, wurde wohl der Grundstein gelegt zu immer größerer Radikalisierung gegen das "Establishment" und leider auch extremen Gewalttaten wie jenen durch die RAF. Ulrike Meinhof war ebenfalls unter den Protestierenden und rief bereits am Karfreitag unter dem Jubel der Demonstranten: "Wirft man einen Stein, so ist das eine strafbare Handlung. Werden tausend Steine geworfen, ist das eine politische Aktion." Eine kommentierte Bilderstrecke des ZDF findet sich aktuell hier Ein aktuelles Interview mit seiner Witwe, Gretchen Dutschke-Klotz findet sich dort Erinnerungen an den "Sturm auf Springer" finden sich auch in den Zeitgeschichten auf Spiegel-Online Auszüge aus http://de.wikipedia.org/wiki/Rudi_Dutschke
Rudi Dutschke (* 7. März 1940 als Alfred Willi Rudi Dutschke in Schönefeld bei Luckenwalde; † 24. Dezember 1979 in Århus, Dänemark), war ein Marxist und Soziologe. Er ist ein bekannter Vertreter der westdeutschen Studentenbewegung der 1960er Jahre. Dutschke war mit Gretchen Dutschke-Klotz verheiratet, der Mutter seiner drei Kinder Hosea-Che, Polly-Nicole, und Rudi-Marek. Er starb an den Spätfolgen eines Attentats, bei dem er schwere Hirnverletzungen davongetragen hatte.... Das Attentat Am 11. April 1968 wurde Dutschke vor dem SDS-Büro von dem jungen Hilfsarbeiter Josef Bachmann abgepasst, der drei Schüsse auf ihn abfeuerte. Er erlitt lebensgefährliche Gehirnverletzungen und überlebte nur knapp nach einer mehrstündigen Operation. Heute erinnert eine Gedenktafel am Tatort vor dem Haus Kurfürstendamm 141 an das Attentat. Bachmanns Motive wurden nie ganz aufgeklärt; man fand bei ihm ein Zeitungsfoto von Dutschke und die National Zeitung und vermutete daher rechtsextreme Hintergründe. Viele Studenten machten die Springerpresse für das Attentat verantwortlich, da diese zuvor monatelang gegen Dutschke und die demonstrierenden Studenten agitiert hatte. Die BILD z. B. hatte Tage zuvor zum „Ergreifen“ der „Rädelsführer“ aufgerufen. Bei den folgenden Protestkundgebungen kam es zu den bis dahin schwersten Ausschreitungen, bei denen auch das Gebäude des Springerverlags angegriffen und Auslieferungsfahrzeuge für seine Zeitungen angezündet wurden.
Dass auch heute die Medien in der Lage sind, mit Hetzkampagnen gegen Personen, Gruppen, Ideologien extreme Reaktionen herbeizuführen, wird sicher niemand bestreiten wollen. Aber die Studenten sind heute wohl müder und angepasster als jene Alt-68er, die heute in weiten Teilen in den gleichen Redaktionsstuben sitzen, die sie vor 40 Jahren nicht nur mit Worten angriffen, sondern auch mit Steinen bewarfen... Ob sie sich noch an ihre Ideale von einst zu erinnern vermögen? Wehret den Anfängen einer Meinungsdiktatur!

Was bleibt!?
Aber die Studenten sind heute wohl müder und angepasster als jene Alt-68er, die heute in weiten Teilen in den gleichen Redaktionsstuben sitzen die sie vor 40 Jahren nicht nur mit Worten angriffen sondern auch mit Steinen bewarfen...
Ob sie sich noch an ihre Ideale von einst zu erinnern vermögen? Wehret den Anfängen einer Meinungsdiktatur!
Wie wahr!! Man denke nur an den Alt-68er Wolfgang Wippermann, der sich heute nur zu gern mit der Springer-Presse gemein macht. Der Rudi würde sich im Grabe umdrehen...